Wer führt hier eigentlich ?
Shownotes
Wer führt eigentlich, wenn jeder Mitarbeitende demnächst hundert Agenten hinter sich hat? Zum dritten Mal sitzt Dr. René Deist bei Mark und Jens im virtuellen Studio, diesmal mit konkretem Anlass: sein neues Buch „Wer führt hier eigentlich?“. Geschrieben hat er es bewusst dünn, lesbar auf einem Interkontinentalflug, adressiert ans C-Level und ohne technologische Tiefenbohrung. Mark merkt an, dass eine ausreichend verspätete Bahnverbindung es auch tut. Jens hatte das Buch im Urlaub auf dem Kindle dabei, zusammen mit, nun ja, einer Claude-Code-Installation, von der seine Frau besser nichts erfahren sollte.
Das zentrale Bild der Folge kommt aus Renés Musikwelt. Führung funktioniert heute wie ein Dirigent: Die Unternehmensstrategie ist die Partitur, im Orchester sitzen die Talente, und die Aufgabe der Führungskraft ist, daraus etwas Wohlklingendes zu machen, in dem sich alle entfalten können. Das kippt gerade. René zitiert eine Gartner-Prognose, nach der bald jeder Mitarbeitende 109 Agenten haben wird (über die krumme Zahl wird in der Folge ausgiebig gelästert). Wenn das stimmt, dirigiert niemand mehr, sondern jeder Einzelne im Orchester muss selbst Strategien formulieren, also komponieren. Mark schiebt eine Gegenfrage nach: Ist es nicht eher ein Orchester im Orchester, wenn jeder Flötist sein eigenes vollständiges Ensemble hinstellen kann? Renés Antwort: im Kern ja, und die gute Nachricht ist, dass diese Transformation nicht über Nacht kommt. Genau deshalb kann man jetzt noch gestalten statt später zu reagieren.
Aus dem IOC-Modell der Premierenfolge ist inzwischen Intent, Agent Performance und Human Check geworden. Renés Ausgangspunkt bleibt derselbe: KI will nichts. Sie hat keinen Intent und kann in sich selbst kein Risiko bewerten, weil sie es nicht fühlt. Am Beispiel Einkauf durchgespielt heißt das, der Mensch formuliert, welches Rohmaterial in welchem Volumen bei welchen Lieferanten verhandelt werden soll. Die Agenten schreiben an, werten Antworten aus, fragen Lücken nach und liefern am Ende die große Excel-Datei. Und dann schaut ein Mensch drauf und merkt, dass die Schraubenschmiede keine drei Trilliarden Schrauben liefern kann. Daraus leitet René ein Bildungsziel ab: Wer heute im Einkauf arbeitet, entwickelt sich in den nächsten Jahren zum Master im Intent oder zum Master in Check und Control. Dazwischen liegt die Arbeit, die Mark besonders interessiert, nämlich wer eigentlich die Agenten baut. Renés Antwort: Die Fachleute selbst müssen lernen, ihre Arbeitsschritte so zu zerlegen, dass daraus Skills werden, während die IT das Framework beisteuert, inklusive LLM as a Judge und Scoring-Modellen, die jeden Automationsschritt gegenprüfen.
Die zweite These des Buchs heißt Prompt Thinking, und dazu liefert René eine Anekdote, die vermutlich viele kennen. Jemand fragt ihn, wie man denn Qualität sicherstellen wolle, wenn KI Prozesse autonom fährt, und schiebt als Begründung hinterher, er habe fünfmal versucht, sich eine PowerPoint bauen zu lassen, und dann aufgegeben. Renés Einwand: „Mach mal eine PowerPoint mit einer Strategie für bla“ produziert ein randomisiertes Ergebnis, vier Seiten Prompt mit Rolle, Erfahrung, Datenquelle, Struktur und Look and Feel produzieren ein steuerbares. Mark ergänzt die aus seiner Sicht wichtige Einschränkung: Prompt Thinking funktioniert vor allem dort, wo man sein Handwerk ohnehin beherrscht. Wer vorher keine guten Folien gebaut hat, bekommt sie auch von der KI nicht. Jens erinnert das an „Let me Google that for you“. Dann macht René das Paradox aus der Forschung auf: Es braucht mehr Führungskräfte, nicht weniger, weil plötzlich jeder seine hundert Agenten führen muss. Wenn zwei Abteilungen zusammenarbeiten, sitzen eben nicht zwei Menschen im Team, sondern 218 Agenten. Dass Automatisierung gleichzeitig bedeutet, mehr Aufgaben mit weniger Menschen zu erledigen, spricht er offen aus. Wie schief das laufen kann, wenn das Abbruchkriterium fehlt, zeigt Jens' Wochenend-Loop: 4.800 geöffnete Electron-Instanzen und ein Agent, der am Ende meint, das kriege er jetzt auch nicht mehr gefixt.
Der Rat an alle, die zuhören und führen: AI Literacy ist ein Führungsthema, nicht mehr und nicht weniger als seinerzeit der Umgang mit dem Taschenrechner. Ja, die Leute können seitdem schlechter addieren, sagt René, es war trotzdem richtig. Dazu gehört für ihn ein Führungsverständnis als Dienstleistung statt als Königtum, das Einstellen von Leuten, die schlauer sind als man selbst, und der Raum zum Rumspielen für die eigenen Mitarbeitenden. Jens ergänzt, dass in diesem Umfeld ohnehin alle lernen, weshalb es keine Schande ist, wenn das Wissen mal von unten nach oben fließt. Beim Blick auf die Risiken widerspricht René der These von der Zweiklassengesellschaft zumindest für die westliche Welt. Er sieht eher eine Demokratisierung, Stichwort One-Person-Billion-Dollar-Company. Die echten Gefahren liegen für ihn woanders: sich zu spät damit zu beschäftigen, und die Abhängigkeit von denen, die die Technologie beherrschen und damit später die Preise machen. Erwähnt wird dazu eine Petition von rund 300 Unterzeichnenden, darunter 15 Nobelpreisträger sowie Leute von OpenAI und Google, die Regierungen auffordert, den strukturellen Wandel nicht zu stoppen, sondern zu führen.
Der eindringlichste Teil kommt zum Schluss. René rät, den Dialogmodus von ChatGPT einmal auszuprobieren, weil er nach seinem Dafürhalten kaum noch von einem echten Gespräch zu unterscheiden ist. Genau daraus entsteht gerade ein Markt, in dem Beziehungen verkauft werden, auch mit Apps, die sich gezielt an Kinder richten und einen frei designbaren Companion anbieten, vom Teddybär bis zur real wirkenden Person. Renés Position ist unmissverständlich: Diese Form der KI gehört nicht in Kinderhände. Heranwachsende brauchen Reibung, sie müssen aushalten, dass etwas nicht funktioniert, und in Freundschaften investieren. Ein Companion streitet nie, der will gefallen. Sein praktischer Rat kommt aus dem eigenen Leben: Jede App, die seine Söhne installiert haben, hat er selbst auch installiert und gespielt, inklusive einiger saublöder Spiele. Mark spannt den Bogen zurück zur Toy-Wars-Folge und zu der Frage, die dem Buch Wer führt hier eigentlich?: Leadership im Zeitalter autonomer KI den Titel gibt: An welchen Stellen führt man im Leben eigentlich selbst, und von wem lässt man sich führen?
Transkript anzeigen
Mark: Hallo zusammen zu einer neuen Folge von Think Different, Think AI.
Mark: Ich bin heute nicht alleine, der liebe Marc ist wie immer dabei und einer unserer,
Mark: lass mich mal so formulieren, Stammgäste ist auch wieder da.
Mark: Der Dr. René Deist hat sich mal wieder die Ehre gegeben, um uns vorbeizukommen
Mark: und zwar war der schon zweimal bei uns, René. Du warst zweimal da und einmal
Mark: war es die Folge Nummer 5, wenn ich mich richtig erinnere. Da haben wir über
Mark: Boss Level KI, so haben wir sie genannt. genannt.
Mark: Das war schon mal eine sehr witzige Folge, wo wir damals darüber geredet haben,
Mark: wer ist denn eigentlich der Boss so ein bisschen.
Mark: Dann haben wir eine andere Folge mal rund um das Thema Agentic gemacht.
Jens: Strategisches Gold, Skills.
Mark: Das war Skills, genau. Skills war das. Das war Folge 37 oder sowas.
Mark: Wir haben ja jetzt schon relativ viele Folgen im Petto.
Mark: Und heute freut es mich, dass wir so ein bisschen über eine Kombination von
Mark: beiden Sachen reden können.
Mark: Weil du hast dich auch nicht faul auf die Haut gelegt in den letzten Monaten, sondern ähnlich wie
Mark: Marc und ich sehr, sehr viel Content produziert und ein guter Content,
Mark: den du produziert hast, ist ein Buch, das du neu rausgebracht hast,
Mark: mit dem Titel Wer führt hier eigentlich?
Mark: Und da haben Marc und ich gedacht, das ist so ein super Moment,
Mark: mit dir mal wieder zu reden und dich als unseren Stammgast hier zu begrüßen.
Mark: Und ich freue mich darüber, dass wir uns heute da ein bisschen darüber unterhalten,
Mark: über die Zukunft, über das Ist und über die Zukunft, wer führt denn eigentlich in der Welt von KI?
Mark: Willkommen, Marc. Willkommen, René.
Jens: Ich wollte gerade sagen, so nach dem Motto, der Gast wird auch mal begrüßt und darf auch mal Hallo.
René: Du sagst nicht, was zu mir.
Mark: Ich wollte auch mal willkommen sagen.
Jens: Ich war auch völlig irritiert, dass du Hallo Marc, Hallo René gesagt hast.
Jens: Aber vielleicht einfach an der Stelle auch nochmal eine Ergänzung.
Jens: Für mich war das Buch ja tatsächlich im letzten Urlaub meine Leselektüre auf
Jens: dem Kindle, weil ich musste meiner
Jens: Frau versprechen, im letzten Urlaub das Notebook zu Hause zu lassen.
Jens: Und nur mit einem eventuell Kindle als elektronischem Device zu fahren.
Jens: Und da drauf waren zwei Dinge. Das eine war der Buchhine und das zweite war,
Jens: ich sag mal so rum, Claude Code hat den Kindle vorher noch ein bisschen bearbeitet
Jens: und dann war auch noch ein bisschen Claude Code drauf.
Jens: Könnte sein, dass da noch was das eine oder andere dabei war.
René: Du magst, wir sagen das seiner Frau nicht.
Mark: Nein, das hört niemand.
Jens: Das abonniert nur einen Teil der Familie den Podcast. An der Stelle Grüße gehen
Jens: raus und gib mir Bescheid. Dann komme ich an dem Tag vielleicht ein bisschen
Jens: später noch raus. Das ist auch ein Prösterchen.
René: Also dann sage ich auch mal ganz schön herzlichen Dank nochmal.
René: Ich bin wirklich das dritte Mal hier und ich fühle mich total wohl.
René: Vielen Dank dafür, dass ihr mich immer wieder einladet. Und euer Podcast ist
René: ja natürlich auch ein Highlight unter den Podcaster, die sich nämlich mit hochtechnologischen
René: und modernen Themen auseinandersetzen.
René: Und für alle, die nur hören, vielleicht sollten wir mal sagen,
René: wir sehen uns auch nämlich auf Screens. Wir sind nicht im selben Raum,
René: aber wir sind in derselben Software.
René: Und es macht auch immer Spaß mit euch. Und der Marc hat ja neulich
René: gepostet und gesagt, dass er auch bei uns nicht auch den Jobinhalt in Richtung
René: Future KI und Future Air, also zu einem Ambassador und Evangelist wird,
René: was auch genau die Rolle ist.
René: Da freue ich mich sehr, da arbeiten wir ja sehr eng zusammen.
René: Ja, ich fühle mich total wohl und auch vielen Dank, dass ihr eine ganze Folge
René: über mein Buch macht. Nicht schlecht, nicht schlecht.
Jens: Das Lesen des Buches dauert auch länger als die Folge. Also von der Seite können
Jens: wir natürlich nur an der Oberfläche kratzen.
Jens: Aber bevor wir auf das Buch eingehen, ich meine, René, wem erzähle ich es?
Jens: Die Welt ist echt schnelllebig. Das letzte Mal haben wir über Skills gesprochen,
Jens: aber in der Vorbereitung jetzt Folge 5, unabhängig davon, dass das August letzten
Jens: Jahres war, ist es nur ein Jahr.
Jens: Aber was in der Zeit alles an Technologie passiert ist, und wir hatten es ja
Jens: gerade heute Morgen auch im Büro, sowas wie hier 5.6 von OpenAI,
Jens: das neue Modell, das rausgekommen ist, mit hier Ultrasinking und hast du nicht
Jens: gesehen, um was das für Runden um die,
Jens: bis dato verfügbaren Modelle dreht, also sowohl in Tokenkosten,
Jens: wenn man es dann AP-Base bezahlt, als auch in Form von Mächtigkeit,
Jens: dass dieses ganze Thema, was vor einem Jahr für uns so ein bisschen,
Jens: okay, wie geht man denn mit Menschen um, wie nimmt man sie mit auf die Reise
Jens: in diese neue Welt, uns natürlich wunderbar zur Buchbesprechung bringt und,
Jens: Wir hatten es auch schon mal das ein oder andere Mal anklingen lassen.
Jens: Du bist ja auch mehr so historisch aus der musikalischen Ecke zu uns herüber
Jens: geschwappt und musikalisch sehr interessiert.
Jens: Und wenn man sich jetzt mal das Buch anschaut, dann gibt es ja da drin unter
Jens: anderem so eine Aussage, man braucht eigentlich nicht so wirklich die Dirigenten
Jens: mehr, man braucht Komponisten mit dem Blick in Richtung Führungskräfte.
Jens: Magst du uns da mal ein bisschen schon mal abholen, was du damit meinst?
René: Sehr gerne. Und vielleicht sage ich mal vorweg, ich habe dieses Buch bewusst
René: so geschrieben, dass man das auf einem Interkontinentalflug lesen kann.
René: Also es ist bewusst dünn und richtet sich primär auch ans Sea-Level,
René: weil ich gar nicht so in die technologische Tiefe eintauche,
René: sondern mir geht es eben darum, dass ein großer Wandel, also wir sind gerade
René: im Begriff eines großen Wandels.
René: Und das ist genau, dazu suche ich Bilder.
René: Und da ja Musik eines meiner großen Hobbys ist, habe ich natürlich ein Bild
René: aus der Musikwelt genommen. Und es geht um Leadership.
René: Und sage ich mal, in deiner Zeit bis heute, in der Agentic AI noch nur ein Tool
René: ist, haben wir ein Leadership, das bestenfalls Leute motiviert,
René: klare Richtungen vorgibt, eine Strategie formuliert etc., so wie wir das kennen.
René: Wir haben aber auch einen Teil dieser Aufgabe, das ist Information Broker.
René: Also Chef hat das gesagt und ich gebe die Information weiter und Mitarbeitende
René: bekommen dann nur die Information und dann sammle ich und bin wieder hoch.
René: Und dieses Information Broker-Thema, das ist tatsächlich nicht mehr so hip,
René: sowieso nicht hip, aber in Zukunft werden wir auf eine andere Art und Weise
René: Leadership ausüben. Wir haben viele Facetten, wenn wir heute darüber sprechen.
René: Und die eine, warum ich dieses Bild gewählt habe, vom Dirigenten zum Composer,
René: zum Ersteller, es hat nämlich Folgendes. Eine Leadership-Funktion heute ist
René: wirklich wie ein Dirigent. Es gibt eine Unternehmensstrategie, das ist die Partitur,
René: Und dann gibt es ganz viele Talente in dem Orchester. Da gibt es die Geigen,
René: da gibt es die Querflöten, da gibt es die Pauken etc.
René: Und der Dirigent hat die Aufgabe, diese Unternehmensstrategie mit seiner eigenen
René: Aktivität, seiner eigenen Strategie in das Orchester zum Wohlklingen zu führen.
René: Dass alle miteinander eben das spielen, sodass alle erfolgreich sind und es wohlklingend ist.
René: Das ist Leadership-Worte tatsächlich, dass wir in der Lage sind,
René: allen den Raum zu geben, sich zu entfalten, aber etwas zu tun,
René: was mit allen anderen zusammen ein Gesamtkunstwerk darstellt,
René: was Spaß macht, was erfolgreich ist.
René: Und das ändert sich nun. Unternehmensstrategien gibt es immer noch.
René: Aber ich war neulich auf einer Gartner-Konferenz. Das ist keine Zahl von mir,
René: sondern der Gartner prognostiziert, dass bald jeder Mitarbeitende 109 Agenten haben werden.
René: Ich frage mich auch, wieso 109? Nicht 100, aber ja, ja, ist komisch. 42.
René: Ja genau, 1 zu 109, aber für uns sagen wir, 1 zu 100 ist einfach nur.
René: Das heißt, jeder Mensch wird in einer Zukunft 100 agentische Softwareentitäten
René: haben, die Aufgabenpakete für diesen Menschen abarbeiten.
René: Das heißt doch, noch einige, wenn das ist, das heißt, dass jeder Mensch in der
René: Lage sein muss, und plötzlich Strategien zu formulieren.
René: Nicht mehr ein Dirigent, sondern jeder Spieler im Orchester hat jetzt 100
René: Dinge, die einem den Klöppel für die Pauke halten, die einem die Klappen der
René: Querflöte bedienen etc.
René: Das heißt, jeder muss das sein. Und damit ist die Rolle eher der eines Komponisten.
René: Also ich schreibe es immer wieder neu auf und ich achte auf Feedback.
René: Das war mein Gedanke, um das Bild zu transportieren. Jetzt, sorry, Jens.
Mark: Alles gut, alles gut. Ich hatte viele Ansatzpunkte bis erstmal den ersten,
Mark: wo mein Nachhaltigkeitsherrn ein bisschen höher schlägt. Also das Buch lässt
Mark: Sie wahrscheinlich auch gut in einer deutschen Bahnverbindung durchlesen,
Mark: die dann mal wieder zu spät kommt, gegebenenfalls.
René: Jens, danke schön.
Mark: Ihr braucht mich an Intercontinentalbuch buchen, um das Buch von René zu lesen.
Mark: Nur als kleiner Tipp. Fahrt einfach Deutsche Bahn oder irgendwas anderes.
Jens: Sekunde, falls die Deutsche Bahn hier eine Classroom machen möchte,
Jens: ihr seid auch herzlich eingeladen als Gast. Einfach, damit wir das geklärt haben.
Mark: Es gibt auch lange Strecke. Schöne Nachtexpress-Strecken und sowas.
Mark: Ich dachte Strecke Karlsruhe. Nein, nein, ich bin auch schon Nachtexpress gefahren.
Mark: Das ist sehr schön. So, also Spaß beiseite.
Mark: Also A, natürlich ist es wieder spannend, dass Gartner irgendwelche für sich
Mark: dann schon mal eine Definitionen macht, was ein Agent ist und was kein Agent
Mark: ist, wo, glaube ich, andere, glaube ich, daran verzweifeln, ob es Subagenten
Mark: noch gibt, da würde ich jetzt schon mal die erste Frage stellen,
Mark: aber da braucht man nicht in die Tiefe gehen.
Mark: Wäre das Bild vielleicht auch tragfähig, was du gerade gemacht hast,
Mark: wenn man sagen würde, ist es nicht eigentlich ein Orchester in einem Orchester?
Mark: Also dass nicht im Prinzip der Einzelne dann auch tatsächlich die Fähigkeit
Mark: hat, ein eigenes Orchester quasi zu bespielen.
Mark: Und dann ist dieser Komponisten, also jeweils der eben noch da drüber steht
Mark: und das alles dann miteinander in Harmonie bringen muss, der ist dann eben auf
Mark: den verschiedenen Ebenen wahrscheinlich unterwegs.
Mark: Also das ist so ein Bild, was mit mir, glaube ich, noch besser resoniert,
Mark: weil ich mir dann genau diese Agenten, was auch immer die machen,
Mark: glaube ich, eher als dann doch
Mark: wieder ein vollständiges Orchester von der Fähigkeit ja auch vorstelle.
Mark: Weil da sind ja Sachen, die tatsächlich nicht mehr dann vielleicht nur der Posaune
Mark: vorgehalten sind oder nur von der Ecke der Vocals oder sowas kommen können,
Mark: sondern theoretisch könnte ja jedes Mitglied eigentlich ein ganzes Orchester nochmal hinstellen.
René: Ich habe dieses Bild gewählt, um den Wandel deutlich zu bringen.
René: Aber wenn man jetzt tief die Metapher immer weiter ausbaut, dann wird es irgendwann
René: mal vielleicht auch falsch.
René: Aber trotzdem, wenn wir den Gedanken jetzt fortführen, dann hast du völlig recht.
René: Das ist dann, dass jeder Mensch, also jeder Flötist selber sein kleines Orchester
René: hat, jeder Drummer sein kleines Orchester etc. pp.
René: Und das sind genau die, aber das ist eben die Transformation,
René: die aber jetzt auch ganz beruhigt, gar nicht so schnell kommt.
René: Das kommt jetzt sukzessive in langsamen Schritten. Es ist aber nur wichtig,
René: das jetzt zu antizipieren, weil jetzt kann man ganz gut damit umgehen und das super vorbereiten.
René: In fünf Jahren sind wir schon längst drin, dann ist das alles passiert.
René: Dann kann man natürlich auch reagieren, aber dann muss man halt reagieren.
René: Jetzt kann man agieren. Deswegen jetzt das Buch.
Jens: Jetzt kann man gestalten.
René: Genau.
Jens: Du hast in dem Buch das ja auch aufgegriffen. Und natürlich können die treuen
Jens: Hörer die alte Folge hören.
Jens: Ich würde aber trotzdem gerne noch mal ein bisschen drauf eingehen,
Jens: auch wie sich vielleicht die Begriffswelten und die Ausgestaltung zur damaligen
Jens: Folge gewandelt hat. In Folge 5 hast du nämlich auch von Intent,
Jens: Operate und Tech gesprochen.
Jens: Und wenn ich das Buch jetzt, ich meine, die Folien sind tatsächlich ein paar
Jens: Tage her, an der Stelle kannst du mir sonst sagen, höre, ist nicht aufgepasst.
Jens: Da kam ja dann tatsächlich auch noch der Punkt sowas rein, so wie geht es denn
Jens: mit Risikoklassen und sowas.
Jens: Magst du kurz nochmal Intent Operate Check nochmal für unsere treuen Hörer erzählen?
René: Also tatsächlich, ich habe ein Jahr wirklich recherchiert für das Buch.
René: Das ist also nicht einfach spontan entstanden. Und damals, als wir gesprochen
René: haben, hatte ich das Buch schon konzipiert im Kopf.
René: Und das ist eine meiner Thesen, die auch gar nicht so abwegig ist.
René: Ich will jetzt nicht mich als innovativ darstellen, aber was passiert,
René: wenn ich, ein Mensch in der Organisation hat 100 Aufgaben. Ich habe 100 Aufgaben.
René: Und von diesen 100 Aufgaben werden einige durch Automation übernommen werden.
René: Das sind eben agentische Softwareentitäten, die diese Automation für mich machen.
René: Eins ist unmittelbar klar und ist immer, immer klar. KI will nichts.
René: KI hat keinen Intent. KI will nichts.
René: KI hat auch keine Chance, in sich selber ein Risiko zu bewerten, weil KI fühlt es nicht.
René: Aber wir Menschen haben das. Das heißt, jede Aufgabe, und damals habe ich,
René: glaube ich, Einkauf als Beispiel genannt, nehmen wir das gleich nochmal,
René: wenn ein Mensch in der Einkaufsorganisation eben jetzt Rohmaterialien auf diesem
René: Markt, in diesem Volumen, mit diesen Lieferanten, in diesem Zeitraum aushandeln
René: möchte, dann ist das eine Intention, eine Strategie, das formuliert,
René: ich möchte das jetzt tun.
René: Dann übergebe ich das, weil ich will was, ich Mensch will was,
René: das übergebe ich jetzt meinem agentischen System, die vereinzelt jetzt E-Mails
René: schicken, Excel zusammenfassen, die anschreiben
René: und die Antworten der Lieferanten entsprechend bewerten und das vielleicht zusammenfassen,
René: feststellen, da gibt es vielleicht noch eine Lücke und eine Nachfrage stellen
René: und wieder die E-Mail raus und rein, vielleicht geht es sogar demnächst Conversational AI.
René: Das ist dann Performance, das heißt Agenten agieren. Und dann entsteht am Ende
René: dieses Prozesses ein Überblick. Die große Excel-Datei, wo dann alle Lieferanten
René: ihre Angebote reingepackt haben.
René: Aber jetzt kann ein Mensch bewerten, Moment mal, Schraubenschwitze,
René: die können doch gar nicht drei Trilliarden Schraubenschäden, das ist doch falsches.
René: Das heißt, am Anfang des Prozesses ist die Intention, die wir Menschen geben.
René: Wir geben die Strategie vor, human intents.
René: Dazwischen sind die einzelnen Schritte, die abgearbeitet werden,
René: das wird immer autonomer und das wird immer breiter werden.
René: Da werden Schritte autonom vollführt.
René: Und am Ende gibt es ein Human Checks, weil da schauen wir dann, ob es funktioniert.
René: Jetzt könnten wir, also das ist die Grundintention und warum ich das so erwähne,
René: Intents, Agent Performance and Human Checks, weil das können wir als Bildungsgesetz
René: für Organisationen nehmen.
René: Wenn ich ein Team habe in Zukunft, dann werde ich das so organisieren,
René: dass ich all die Intents in verschiedenen Gruppen vorfasse, dann die entsprechenden
René: Agenten dazu arbeiten lasse und dann die ganzen Controls dahinter.
René: Und das sind die Jobs der Zukunft. Das heißt, wenn ich heute im Einkauf arbeite,
René: heißt es, dass ich mich in den nächsten fünf Jahren, weil wir haben Zeit,
René: so entwickle, dass ich entweder der Master im Check und Control oder der Master
René: im Intent bin oder die Masterin.
René: Das steckt dahinter. Und so können wir auch ein Bildungsvorsitz für gesamte
René: Organisationen aufbauen. Das heißt, auch die positive Botschaft ist,
René: natürlich haben Menschen Aufgaben.
René: Und natürlich haben Menschen dann Aufgaben so, dass sie in der Lage sind,
René: damit mehr Produktivität für den Teil der Organisation zu generieren. Das steckt dahinter.
Mark: Eine Nachfrage erlaubt dann aus meiner Perspektive, wenn du sagst,
Mark: der mittlere Teil, da wo der Agent performt, muss das dann auch der Mensch aus
Mark: dem Finanzbereich aufsetzen?
Mark: Also wenn wir jetzt dann, da reden wir ja tatsächlich von agentischen Harnessen
Mark: und Workflows und Agenten, die miteinander arbeiten.
Mark: Ist das auch deiner Meinung nach der Skill, den jeder jeder ausprägen muss?
Mark: Jetzt sind wir so ein bisschen nerdig unterwegs und fummeln dann da rum und
Mark: lassen da die Tokens verbrennen und sehen, wie da auch einfache Workflows dann
Mark: mal driften und gestern gute Ergebnisse produziert haben, aber morgen nicht.
Mark: Muss diese Lernkurve auch jeder machen?
René: Ja, jetzt die Frage, wie tief, wie genau. Also jetzt, vielleicht müsste für
René: die Hörerinnen und Hörer kurz bei das einmal für die Sekunde tiefer legen.
René: Also wie kann eine Softwareentität autonom performen? Wie kann das gehen?
René: Da gibt es diese neue, Marc ist übrigens bei uns der absolute Spezialist da
René: drin, die neue Fähigkeiten, dass man der KI zusätzlich einen Expertisen-Level gibt.
René: Ihr habt Skills. Skills ist etwas, das eben, ich bleibe bei meinem Beispiel,
René: oder wir können auch Controlling nehmen, also dass ich entweder bei meinem Beispiel,
René: dass ich weiß, wie ich eine Ausschreibung
René: formuliere und die E-Mail schicke und die Antwort entsprechend beurteilen kann.
René: Das sind verschiedene Skills und verschiedene Agenten nutzen ihre Skills.
René: Und Skills haben diese tolle Eigenschaft, dass sie auch den Datenraum kennen.
René: Also ich kann nur in diesem Datenraum arbeiten.
René: Sie haben die Berechtigungen, also wenn ich im Einkauf bin, dann darf ich nur
René: Berechtigungen des Einkaufs nehmen etc.
René: So, wir, die IT-Welt, wir werden natürlich in diesem technologischen Prozess
René: so ausgestalten, dass man da ganz tief drin diese Skill-Ebene mit einem LLM
René: as a Judge, dass wir also quasi jeden Schritt
René: während der Erstehung mit einem Score-Modell gegen Qualität, gegen Cyber,
René: also gegen alle möglichen Themen, die unsere Qualität betreffen,
René: in der Technologie testen.
René: Und da hat der Martin Hoffmann einen Punkt gemacht, der auch sagt,
René: wir sollen uns dir einfach vertrauen, sondern müssen den Automationsschritten
René: immer ein Check dagegenstellen.
René: Und das ist die IT-technische Sicht.
René: Jetzt gehe ich raus aus dieser Technik und gebe jetzt die einkaufstechnische Sicht.
René: Der Einkäufer, die Einkäuferin muss in der Lage sein, Skills zu formulieren,
René: zu sagen, wir müssen meine Arbeitsschritte, diese drei kleinen Expertisenschritte
René: unterteilen können und das der KI geben, erstelle mir daraus einen Skill, der das macht.
René: Und wir geben dann der KI noch das Framework, also den Rahmen,
René: auf dem Sie dann dieses LLMS-A-Judge-N-Unterscored-Modell mitbauen können.
René: Aber es ist furchtbar wichtig, dass jeder Mensch, egal ob ich im HR arbeite,
René: im Vertrieb arbeite, im Einkauf, in wo auch immer ich arbeite,
René: dass ich in Zukunft lerne, diese
René: Skills, und damit meinen wir nicht
René: menschliche Fähigkeiten, Wir meinen die Fähigkeit, die eine Subentität
René: inne hat, um autonom arbeiten zu können, dass wir die formulieren können.
René: Und das ist vielleicht auch eine zweite These in meinem Buch Prompt Thinking.
René: Also die Agent-Manager müssen in der Zukunft,
René: wenn ich Organisation führe, wo ich Menschen habe und Maschinen,
René: dann muss ich meine Intente, also was ich sagen will, auch so formulieren,
René: dass ein Mensch das klar versteht und anders formulieren, dass eine KI-Entität das klar formuliert.
René: Erlaubt ihr mir da nochmal ein kurzes Beispiel zu geben?
Mark: Gerne.
René: Ich hatte da, also ich will nicht, aber das ist vielleicht total für mich ein
René: Eye-Opener, ein richtiger Eye-Opener.
René: Da hatte ich neulich eine Diskussion mit einer Person X, die dann sagte,
René: wie stellst du denn qualitätssicher, wenn KI autonom Prozesse verursacht werden?
René: Denn, und jetzt kommt der Nachsatz, ich habe ja neulich mit KI versucht,
René: mir eine PowerPoint über Thema X zu machen.
René: Nach fünf Versuchen habe ich aufgegeben, es hat einfach nicht funktioniert.
René: Und vielleicht nickt der eine oder die andere jetzt auch gerade,
René: die zuhören, ja, das kenne ich.
René: Und hier sage ich falsch, weil ich muss in der Zukunft in der Lage sein,
René: meinen Prompt so zu gestalten, dass ich das Ergebnis steuern kann. Prompt-Thinking.
René: Beispiel, und dann höre ich auf, Beispiel, wenn ich sage, mach mal eine PowerPoint
René: mit einer Strategie für bla, dann kommt ein randomisiertes Ergebnis raus und
René: das ist nun mal nicht gut.
René: Wenn ich stattdessen sage, lieber KI-Agent, du bist der CEO von der Firma X.
René: Du hast 22 Jahre in diesen, diesen Themen gearbeitet.
René: Wir überlegen gerade eine Strategie über diese, diese, diese,
René: diese Themen und die Daten dazu findest du im Share und da, da, da und da.
René: Und dann möchte ich, dass du das so strukturierst. Erst A, dann B, dann C, dann D.
René: Und es soll, und dann soll das Look and Feel mit diesen Fähigkeiten,
René: also mit diesem Color Code Ihr wisst schon, ich habe jetzt vier Seiten Prompt
René: gemacht und am Ende sage ich, mach mir die Präsentation.
René: Dann ist das Ergebnis nicht mehr randomisiert. Das heißt, dieses Prompt-Thinking
René: ist eine der Kerneigenschaften des Führens in der Zukunft. Jens, jetzt kommst du.
Mark: Ja, ich wollte nur sagen, gefundenes Fressen, ich finde das super,
Mark: weil natürlich, wir hatten uns ja auch in der älteren Folge auch über das Thema,
Mark: was müssen eigentlich junge Leute noch lernen und sowas auch unterhalten.
Mark: Und ich glaube, weil ich wollte nur anfügen, dass es natürlich nicht für jeden
Mark: wichtig ist, dass der Prompt-Thinking für eine PowerPoint-Präsentation kann
Mark: Oder für jeden wichtig ist, dass er Prompt-Thinking vielleicht für eine Video-Advertisement-Erstellung
Mark: oder sowas kann, weil es natürlich,
Mark: also wir Menschen sind auch nicht heute auf der Welt und können immer alles.
Mark: Ich glaube, das ist auch nochmal wichtiger, es ist auch eine wichtige Botschaft,
Mark: dass man sagt, ja, ich werde meine Expertise haben und ich habe meine Mastery
Mark: in meinem persönlichen Skill-Umfeld, das ich habe.
Mark: Und wenn ich das kann, wenn ich mein Handwerk gut kann, wenn ich gut Sachen
Mark: auf den Punkt bringen kann, so wie du es gerade beschrieben hast, wenn ich
Mark: einen guten Analyse-Skill habe, einen guten Skill, Sachen strategisch zu formulieren,
Mark: dass jemand anders das dann eben auch verstehen kann, was ich darüber bringen will,
Mark: dann werde ich das, glaube ich, besonders gut eben prompten können,
Mark: sodass dann im Prinzip auch ein agentisches System, ob das jetzt aus einem Agenten
Mark: oder aus so einem neuen besteht,
Mark: scheißegal, dass es dann gut das umsetzen werden kann in dem Moment.
Mark: Ich glaube, das ist tatsächlich nochmal ein wichtiger Punkt,
Mark: dass man sagen muss, ja, ich bin voll bei dir, dieses Home-Thinking,
Mark: der Umgang mit KI, das ist so ein neuer Skill, den wir uns aneignen müssen,
Mark: aber der funktioniert wahrscheinlich phänomenal in den Bereichen,
Mark: in denen man sich selber gut auskennt.
Mark: Und man sollte jetzt nicht so, wie du das Beispiel, wenn ich sage,
Mark: wenn ich vorher keine schönen PowerPoints gebaut habe, dann wird mir die KI
Mark: jetzt auch keine schönen PowerPoints ehrlicherweise bauen. Also,
Mark: lass mal so formulieren.
Jens: Da fällt mir mal das Beispiel ein mit, früher gab es Let me Google that for you,
Jens: nach dem Motto, wenn Leute dir was geschickt haben und die haben es nicht gefunden,
Jens: dann hast du das in diesen Dienst eingegeben, weil die haben den Leuten einfach
Jens: gesagt, du, also ganz ehrlich, wenn du das so und so in Google eingibst,
Jens: findest du einen Treffer.
Jens: Und es gab ja Menschen, die kamen mit Google nicht klar. Und so ist ja heute
Jens: auch so ein bisschen mit KI.
Jens: Die nutzen KI und sagen, was ist denn das für ein Quatsch?
Jens: Kommt nichts raus, die PowerPoint taugt nichts oder keine Ahnung.
Jens: Jedes Mal, wenn ich um eine S-Wortanalyse bitte, kommt ein anderes Ergebnis.
Jens: Da kommt immer ganz viel zusammen. Die Leute verwechseln ja,
Jens: dass wenn sie ein Befehl abgibt, dass die Maschine halt eben nicht deterministisch
Jens: ist, dass die Maschine auf dem Weg zu diesem Problem Kontext gesammelt hat,
Jens: keine Ahnung was gemacht hat.
Jens: Und darum ist natürlich dann auch mit jeder Eingabe es anders.
Jens: Und wenn wir in der Lage sind, mit so Skills zu arbeiten und mit Prompts mehrere
Jens: Skills zu adressieren, dann hast du ja auf einmal eine Komplexität vor deinen Händen,
Jens: die du bedienst mit, dann ist das vielleicht tatsächlich Zweizahlen Text,
Jens: die du geschrieben hast, aber aufgrund der Arbeit vorher, der Aufbereitung durch
Jens: die Skills, wo denn die ganzen Details drin stehen, was brauche ich,
Jens: wie brauche ich es, keine Ahnung was, wirst du in der Lage damit umzugehen.
Jens: Und ich finde diese Fähigkeit, wie kann ich den Intent formulieren,
Jens: den ich möchte, wie komme ich da hin, hast du ja auch in deinem Buch hergeleitet,
Jens: das ist ja tatsächlich eine sehr wichtige Sache.
Jens: Was mir an der Stelle vielleicht noch, ja, vielleicht eine etwas provokantere Frage aufkommt, ist,
Jens: Brauchen wir jetzt mehr oder weniger Führungskräfte?
René: Ja, ja, das ist halt, oh, danke schön dafür. Weil das ist tatsächlich,
René: kommt es leider nicht von mir, es kommt aus der Forschung. Also ich zitiere
René: da nur Paper, die ich gelesen habe.
René: Es ist ein Paradoxon, wie man sagt, dass es mehr statt weniger Führungskräfte
René: ist. Es gibt wirklich mehr.
René: Und warum, glaube ich, wird jetzt, wenn man uns zugehört hat,
René: eigentlich auch schon klar. weil Ute, sich ganz viele Menschen dieses Prompt-Dinge
René: die Fähigkeit haben müssen, ihre 109 agentischen Systeme zu führen.
Jens: Ich werde sie zählen.
René: Ja, es ist sehr witzig mit den 109. Aber genau das ist eine Eigenschaft,
René: eine Veränderung der Aufgabe.
René: Und das geht einher mit dem, was wir sonst immer gesagt haben,
René: je mehr operative und repetitive Tätigkeit durch autonom handelnde Automation übernommen wird,
René: desto mehr kann ich mich auf die eigentlichen Aufgaben fokussieren.
René: Aber was sind denn die eigentlichen Aufgaben?
René: Ja, es ist genau zu sagen, was ich eigentlich will. Zu deduzieren,
René: warum das der richtige Weg ist.
René: Und also strategisch zu arbeiten. Ich muss in der Lage sein,
René: als Mitarbeitende in Zukunft, als Mitarbeiter, ich darf mich ja glaube ich als
René: Mann bezeichnen, in Zukunft meinen Agenten eine Intent geben.
René: Und jetzt folgendes Bild.
René: Stellt euch mal vor, dass dann zwei Abteilungen zusammenarbeiten.
René: Dann sind nicht nur zwei Menschen, die im Team sind, sondern 218 Agenten,
René: die alle miteinander arbeiten.
René: Das heißt, da muss klar ausklamüsert sein, wie die entsprechenden Prom zu formulieren
René: sind, dass dann das beste Ergebnis herauskommt.
René: Denn unmittelbar natürlich ist klar, das hört sich jetzt alles romantisch an,
René: natürlich ist diese Einführung dieser Technologie wie immer eine Produktivitätsgewinnung.
René: Das heißt, wir werden natürlich mehr Aufgaben mit weniger Menschen in Zukunft machen.
René: Das ist ein ganz normaler Ausdruck des Marktgeschehens, was seit den 60er Jahren
René: passierte. Einführung einer Technologie hilft, dass ein Mensch produktiver sein kann und so auch hier.
Jens: In deinem Buch und ich habe auch deinen Post zum Thema Gartnerpräsentation natürlich gelesen.
Jens: Wie sieht denn das jetzt aus mit dem Thema, ja, Moment mal, wenn ich jetzt die
Jens: Maschine auffordere, etwas zu tun.
René: Und da kommt
Jens: Jetzt Quatsch bei raus, wie gehen wir denn damit um?
René: Ja, wichtig ist halt, sich anzusehen, also Reflexion. Das ist ja vielleicht
René: auch wahrscheinlich sogar grundsätzlich schon immer eine große Stärke des Leaderships
René: gewesen, dass man in der Lage ist, die Situation zu
René: beurteilen, mit unsicherem Wissen umzugehen und dann daraus zu lernen und zu
René: verstehen, wie wir in Zukunft dann eben, was sich adaptieren muss.
René: Und das, lass mich das mal tiefer nehmen. Also erstmal ist das grundsätzlich,
René: also die Chefs, die jetzt hier zuhören, die glauben alles zu wissen,
René: dem möchte ich jetzt mal ganz kurz meine Wahrheit sagen. Das stimmt gar nicht.
René: Die Menschen, die die Leute einstellen, weil sie glauben, dass sie,
René: also andersrum positiv, die Menschen, die Leute einstellen, weil sie wissen,
René: dass sie schlauer sind als sie selber, das sind die guten Führungshöpfe.
René: Also, ich muss mich ständig infrage stellen. Ich darf natürlich schon überzeugt
René: sein, dass es der richtige Weg ist.
René: Aber ich muss mich immer infrage stellen und ich muss auch meinen Weg anpassen, wenn es falsch ist.
René: So, das ist grundsätzlich jetzt mal die Lehre aus dem Leadership,
René: aus Führungsverantwortung.
René: Denn Führung ist eine Dienstleistung an den Menschen.
René: Das ist nicht König von Inversorgung. Ich bin Dienstleister für alle Menschen
René: in meiner Organisation.
René: Denn ich muss dafür sorgen, dass es allen gut geht, im Sinne,
René: dass sie da eine Aufgabe machen.
René: So, das ist jetzt Führung allgemein. Und wenn ich da so nur runterbreche auf
René: das Thema, wie führe ich im agentischen System, da ist das Feedback-System viel
René: schneller. Der läuft ganz schnell wild and crazy und macht Fehler.
René: Das heißt, ich muss durch Checks und Balances darauf achten,
René: was passiert. Und dann kommt das, Marc, das dich ja auch so auszeichnet und
René: auch begeistert, Scoring-Modelle.
René: Das heißt, ich bin in der Lage, wenn ich einen Industrieprozess automatisiere,
René: Teilschritte davon autonom machen lasse, dann ist ja immer noch fundamental
René: klar, dass ich den Prozess natürlich kenne. Ich habe ein Design.
René: Das heißt, wir wissen, dass nach Schritt A, Schritt B kommt.
René: Muss nach B kommt C. Das wissen wir.
René: Wir wissen nicht, ob der Agent da drin jetzt die richtige Zahl gefunden hat,
René: den richtigen Preis, die richtige Menge.
René: Das muss man prüfen. Aber wir wissen, es muss dann mal ein Preis kommen.
René: Es muss dann mal eine Menge kommen.
René: Das heißt, wenn wir diesen, das ist jetzt technische Antwort,
René: wenn wir diesen Agenten autonom bauen lassen, können wir ihn ständig durch einen
René: zweiten Agenten, LLM, der Message Judge, prüfen lassen,
René: Ob er noch an der richtigen Stelle ist, ob er noch genau da arbeitet,
René: wo er sein soll. Da können wir ihn auch so führen.
René: Da gibt es ein Scoring-Modell, kann man sagen, du hast einen Scoring erreicht, mach das nochmal.
René: Und auf diese Art und Weise können wir eben die Qualität sicherstellen.
René: Und dennoch kann er immer noch in die Irre laufen.
René: Und dann muss die Führungskraft, also in dem Sinne dann die Menschen,
René: die den Intent für diese Anziehung gegeben haben, reflektieren können,
René: was sie anders machen müssen, damit die Produktivität erreicht wird.
Jens: Das ist ja im Grunde das, was wir auch mal unter Loop,
Jens: Ich hatte das letzte Mal nicht Looping gesagt, das war völliger Falsch.
Jens: Ja, also hier Loop Prompting, ach, egal.
Jens: Ja, wo man eben sagen muss, an der Stelle vielleicht lustige Anekdote.
Jens: Ich hatte am Wochenende gedacht, ach komm, ja, meine eigenen Projekte,
Jens: sagt sie immer, so ein Slash Goal Loop, habe ich ihn laufen lassen.
Jens: Am nächsten Morgen habe ich da mal so geguckt, wie geht es an meinem Rechner.
Jens: Er hat 4.800 Elektron Instanzen geöffnet und hat danach gemeint,
Jens: oh, ich glaube, ich kriege das jetzt gar nicht mehr gefixt, guck du mal.
Jens: Und du guckst auf diesen Rechner und meine Taskbar war so klein,
Jens: weil diese 4000 irgendwas gestarteten Instanzen da unten in einer Reihe standen,
Jens: dachte ich mir so, ah ja, guck mal, das ist dieser ominöse Loop,
Jens: wenn du kein anständiges Abbruchskriterium drin hast, wenn du ihm sagst,
Jens: repariere, repariere, repariere.
Jens: Jens, bevor du da vielleicht noch irgendwas in die Bütz schmeißt,
Jens: was können wir denn den Leuten noch so an Learnings mitgeben,
Jens: sich da noch ein bisschen drauf einzulassen?
Jens: Ich meine, du hast jetzt eben gesagt, Führungskräfte nach dem Motto,
Jens: okay, ihr wisst auch nicht, alles ist gut. Und auch Steve Jobs hat ja mal gesagt,
Jens: umgib dich mit A-Plus-Leuten anstatt mit A-Leuten, weil du willst von denen
Jens: ja auch was lernen. Du stellst ja nicht ein, weil du der König bist,
Jens: weil wenn du der König bist, könntest du auch selber machen.
Jens: Was kann man den Leuten noch so mitgeben?
René: Also erst einmal das, was wir jetzt gerade machen, wir drei.
René: AI Literacy ist ein Führungsthema.
René: Also das ist, wie soll man sagen, als der Taschenrechner eingeführt wurde,
René: da haben viele Menschen die Bedrohung gesagt, der könnte die Leute nicht mehr gut addieren.
René: Übrigens, sie haben recht gehabt, Leute könnte ich nicht mehr gut addieren.
René: Aber es war auch nicht so wichtig.
René: Wir haben aber so. Aber was wir alle gelernt haben, ist mit dem Taschenrechner
René: umzugehen. Das ist dann irgendwann mal eine ganz normale Aktion geworden.
René: Und nicht mehr und nicht weniger ist AI Literacy.
René: Ich bin wirklich zutiefst davon überzeugt, dass diese Technologie ein Life-Skill
René: ist, dass wir alle im Prinzip damit umgehen können. Wir müssen im Prinzip wissen,
René: was Prompting ist, wir müssen im Prinzip wissen, was ein Skill ist und so weiter.
René: Das heißt, es ist eine Führungsverantwortung, dass ich selber da nicht abgehangen
René: bin und dass ich meinen Mitarbeitenden auch den Raum gebe und die Möglichkeit
René: gebe, sich damit auseinanderzusetzen.
René: Damit auch mal durchaus ein bisschen rumspielen. Dadurch lernt man am schnellsten
René: tatsächlich, um eine Sicherheit, dass ich das Gefühl habe, auf sicherem Terrain mich zu bewegen.
René: Das ist vielleicht die allerwichtigste Thematik, mit der wir uns erst mal konfrontieren.
René: Und das Zweite ist dann, jetzt nachdem wir über Führungskraft sprechen,
René: irgendwann muss ich mir dann, nicht heute, auch nicht nächstes Jahr,
René: aber in den nächsten Jahren muss ich mir Gedanken machen,
René: Was ist denn das Organisationsmodell, das erfolgreich sein wird?
René: Aber damit ich das weiß, muss ich mich jetzt mit den Inhalten beschäftigen,
René: damit ich morgen dann gute Fragen stellen kann.
René: Auch da gebe ich so ein paar Hinweise in meinem Buch. Aber das ist halt wichtig,
René: dass man ganz langsam damit beginnt und das auffasst und versteht.
René: Das ist eine Technologie, die ist mehr als nur ein Taschenbrechender, die ist grundlegend.
René: Gerade heute haben ja 15 Nobelpreisträger und Leute von
René: OpenAI und Google und blablabla, ganz über 300 Leute einer Petition wieder an
René: Regierungen geschickt, dass sie den strukturellen Wandel, den diese Technologie
René: in der Gesellschaft jetzt verorten wird,
René: dass das geführt wird, nicht gestoppt, sondern dass man das bewusst erkennt
René: und Maßnahmen so einleitet, dass der Wandel geführt wird.
Jens: Jens, ganz kurz, da fällt mir gerade was ein. Und dann übergebe ich dir sofort das Wort.
Jens: Ich glaube, ein Learning könnte auch sein, wenn wir das von Führungskräften,
Jens: aber Mitarbeitern allgemein mal egal, auf welcher Position.
Jens: Das Thema KI ist ja so, was heißt neu, ist schon ein paar Tage jetzt im Raum,
Jens: aber der Wandel ist so schnell, dass man durchaus auch dieses Thema auf Augenhöhe lerne.
Jens: Es ist keine Schande, wenn, ich sage jetzt mal, der Mitarbeitende um die Ecke
Jens: kommt und sagt, hat man mal gesehen, man kann zugeben, wusste ich nicht.
Jens: Zeigt doch mal genauso umgekehrt, dass man auch als Mitarbeiter nicht sofort
Jens: Angst haben muss, wenn der Chef einem was entweder zeigt oder fragt.
Jens: Weil in diesem Umfeld lernen wir ja alle. Die einen haben halt vielleicht die
Jens: Gnade, dass sie sich damit beschäftigen
Jens: können oder irgendwie ein Händchen haben oder keine Ahnung was.
Jens: Aber das war ja schon mit vielen anderen Technologien auch der Fall,
Jens: nur dass sich das Umfeld nicht so schnell geändert hat.
Jens: Von der Seite wäre das, glaube ich, was, das ich noch in die Runde schmeißen
Jens: würde an die Zuhörenden da draußen.
Jens: Weil das ist, glaube ich, etwas, dass ich auch aus dem Alltag sagen kann, das ist halt,
Jens: nicht nur sehr angenehm, sondern auch sehr zielführend, wenn man in der Lage
Jens: ist, Hierarchiegrenzen übergreifend
Jens: über das Thema zu sprechen und auch zu lernen und auch zu verstehen,
Jens: das, was du vorhin meintest, das Thema Skills, damit meinen wir nicht die Entwicklung des Menschen,
Jens: also bei Skills von KI-Systemen, sondern das, wie wir die KI befiehen, dass man auch lernt,
Jens: dass Begriffswelten in einer anderen Bubble einfach auch eine andere Bedeutung haben.
René: Klar.
Mark: Ich würde trotzdem noch mal einen Punkt aufgreifen, weil du hattest jetzt auch gerade das Thema
Mark: auf eine höhere Ebene der Gesellschaft noch mal gezogen, mit dem Beispiel der
Mark: Nobelbeisträger gerade, dass man sagt, man muss das im Prinzip führen oder ich
Mark: würde es vielleicht begleiten nennen, weil führen ist auch immer schwierig,
Mark: glaube ich, in so komplexen Systemen.
Mark: Man kann, glaube ich, eher besser begleiten und gucken, was man da für Interventionen
Mark: reingibt, um die richtige Richtung zu lenken, so wie du vorhin auch in Führungskraft
Mark: beschrieben hast. Das ist eigentlich eher Ja, klar.
Mark: Darum geht, zu wissen, welche Richtung ungefähr die richtige sein kann,
Mark: wie der Weg dann beschritten wird.
Mark: Da habe ich dann vielleicht Gott sei Dank den Bergsteiger, aber den bin ich
Mark: anders dabei, der mir dann dabei helfen wird.
Mark: Was sind die größten Risiken, auch wenn wir jetzt mal so auf gesellschaftlicher
Mark: Ebene schauen, muss ja gar nicht auf seiner Firmen-Ebene sein,
Mark: sondern auf gesellschaftlicher Ebene.
Mark: Wir haben vorhin schon mal das Thema gehabt, das ist platt.
Mark: Manche spielen mit KI rum, merken, dass es nicht gut funktioniert.
Mark: Manche haben Leute um sich herum, die mit KI rumspielen und dann kriegen die
Mark: was und dann wollen die das anwenden, dann funktioniert das auch nicht,
Mark: sondern sagen die, ach, der Skill funktioniert ja eh nicht gut oder der gibt diesen Output nicht.
Mark: Dann gibt es Leute, die Zeit ein bisschen mehr haben, eingeräumt bekommen,
Mark: als andere geben, so wie du sagst, die werden vielleicht von ihren Führungskräften
Mark: empowert, auch mal mit KI was auszuprobieren. Das ist toll.
Mark: Steuern da natürlich schon auch wieder auf so eine Zweiklassengesellschaft hin.
Mark: Menschen, die frühzeitig jetzt mit KI interagieren, entweder selbstbestimmt
Mark: und aus ihrer eigenen Intention heraus oder die Möglichkeiten haben,
Mark: das zu tun und manche, die das eben noch nicht haben oder vielleicht die Chance
Mark: noch nicht da drin sehen.
Mark: Und wie siehst du da das Risiko? Und was sind so, ich
Mark: muss jetzt nicht für die große global-galaktische Menschheit da die Lösung haben,
Mark: aber vielleicht, was ist so dein Ansatz zu sagen, wenn du sowas siehst, dass gegebenenfalls da
Mark: eine gewisse Ungerechtigkeit, das ist vielleicht das falsche Wort,
Mark: aber so ein Ungleichgewicht sich ausprägt.
Mark: Wie würdest du jemandem raten, da zu intervenieren?
René: Also das ist ein sehr großes Thema. Da kommen viele Sachen erstmal so in den
René: Kopf hinein. Dann erst einmal ist es eine starke Veränderung.
René: Eine Veränderung erzeugt Sorgen, Angst und auch Abwehrreaktionen etc.
René: Und die müssen wir ernst nehmen. Also das ist erstmal, weil das muss man Vertrauen
René: schaffen und Leute heranführen oder die Möglichkeiten geben oder eben begleiten und was auch immer.
René: Das ist erstmal völlig klar. Es gibt auch genügend Anzeichen,
René: dass es eben wirklich sorgenvolle Situationen gibt.
René: Die Technologie hat auch gewisse Auswüchse. Ich sage jetzt nicht über das,
René: was wir hier reden. Wir reden über Autonomie in Geschäftsprozessen, Produktivität.
René: Natürlich gibt es auch andere Felder, sagen wir mal, die Entwicklung von Waffentechnologien
René: oder aber auch in Social Media, also die Isolation von Menschen etc.
René: Das ist vielleicht etwas auch zu groß für unser Podcast hier.
René: Aber auch das muss beobachtet werden. Das ist sicherlich für sich ein Thema.
René: Ich bin aber nicht ganz einig mit der Annahme, dass es zwei Klassen geben wird.
René: Sagen wir mal, okay, es wird natürlich, wir drei machen den Fehler,
René: dass wir westlich denken.
René: Wir denken jetzt nicht an irgendeinen Staat mitten im Kontinent Afrika.
René: Wir denken nicht an einen Staat irgendwo in Südostasien und dergleichen,
René: wo vielleicht nicht überall der gleiche Zugang zu Technologie und Zugang zu
René: Wissen herrscht wie bei uns.
René: Also das ist natürlich, also die Zweiklassen, die gibt es natürlich. Das
René: Ist nicht unser Thema heute, sagen wir mal so. Aber wenn ich das mal rausrechne
René: und sage, für unsere europäische oder aber die Gesellschaft,
René: in der wir gerade leben, in der Welt,
René: glaube ich, dass die Technologie eher allen eine Chance bietet.
René: Weil, wenn ich mich damit beschäftige, das ist ja das Verrückte,
René: kann man sehr schnell sehr viel erreichen.
René: Ich meine, sie alle reden von diesen One-Man-Billion-Comedy oder One-Billion-One-Comedy.
René: Also eine Person, die eine Milliarde Euro Umsatz macht, weil sie alles quasi
René: umsonst macht. Also früher hieß es so, ich schaffe mir einen Arbeitsplatz.
René: Bei Instagram kann ich meine Marketing posten. Ich kann mir irgendwo ein bisschen
René: Software über eine DevOps quasi auch für Umsatz. Ich kann für wenig Geld oder
René: für gar kein Geld relativ schnell ein Software-Paket in die Welt bringen. Das kann man schon.
René: Und jetzt mit AgenteGI geht das ja tatsächlich im Wildcoding unheimlich schnell.
René: Also da ist eher eine Demokratisierung da.
René: Die großen Gefahren und die Risiken sehe ich eher, dass wir uns verpassen,
René: uns damit zu beschäftigen. Das ist das eine.
René: Bis es dann irgendwann mal die Not dazu bringt.
René: Und die andere Gefahr ist natürlich in der Technologie selber,
René: die Abhängigkeiten. Weil wer diese Technologie beherrscht, hat natürlich in
René: Zukunft dann die Chance, auch Preise zu bestimmen etc.
René: Wir sehen gerade wieder ganz leidvoll, was in der Straße von Ormuz,
René: Wer da jetzt alles Preise und Plastik generiert für etwas, was bislang ohne
René: Preis funktioniert hat.
René: Also die Möglichkeit, da eine Abhängigkeit zu schaffen und diese auch auszunutzen,
René: das ist auch eine gesellschaftliche Gefahr.
René: Antworten geht es auch darauf, aber naja, das ist vielleicht nicht unser Thema hier.
Jens: Also unabhängig von der Frage nach dem Motto, können wir uns selbst ein Modell
Jens: installieren oder nutzen wir chinesische, amerikanische Modelle und sowas,
Jens: hast du jetzt ja gesagt nach dem Motto,
Jens: die Technologie steht uns offen und daher würde ich gerne nochmal das von eben
Jens: aufgreifen, was wir den Leuten empfehlen.
Jens: Also ich persönlich würde so weit gehen, ihr müsst jetzt nicht die teuersten
Jens: Abos, der Abos kaufen. Aber wenn man ein bisschen Geld in KI reinschmeißt,
Jens: kriegt man ein bisschen bessere Ergebnisse.
Jens: Ist zumindest mal den Unterschied, den ich jetzt wahrnehme, wenn ich mal so
Jens: schaue, ja, meine Kinder haben jetzt ihren Abschluss gemacht in der Schule.
Jens: Yeah, ja, große Freude zu Hause. Mein Sohn ist jetzt das erste Mal alleine campen.
Jens: Wir sind auch sehr gespannt, ja. Nach dem Motto ist in Deutschland ein Ausweis
Jens: mit, zur Not bringen die Polizei nach Hause. Ja, alles wird gut.
Jens: Aber worauf ich rausfühle, ist der Unterschied. in der Befähigung der.
Jens: Ich sage jetzt mal der Kinder, Entschuldigung, der Jugendlichen,
Jens: unter der Verfügung, welche Modelle haben sie zur Verfügung?
Jens: Also ich habe jetzt sowas als ich, das Gemini-Modell mit amerikanischem Zugang.
Jens: Das heißt, ich habe Notebook LM mit total toller Videogeneration,
Jens: was halt in Europa nicht ist. Und schwuppdiwupp sehen natürlich die Folien anders
Jens: aus. Sie durften KI verwenden, wenn man es deklariert, wie man es benutzt.
Jens: Und da merkt man schon nicht nur optisch einen qualitativen Unterschied,
Jens: sondern auch inhaltlich einen qualitativen Unterschied. und wie schnell du,
Jens: ich sage mal, vielleicht doch mit einem kurzen Prompt doch noch ein erstaunlich
Jens: gutes Ergebnis kriegst.
Jens: Und da wäre das quasi mein Aufruf, Leute, also ihr müsst natürlich mit dem VPN
Jens: amerikanischem Modell shoppen, das geht vielleicht einen Ticken zu weit,
Jens: aber nicht nur, weil, ich sage jetzt mal,
Jens: die KI ohne Einwurf von Münzen einem ein blödes Ergebnis gegeben hat,
Jens: heißt das nicht, dass das der Qualitätsstand von KI ist und man muss auch nicht
Jens: ständig springen, aber nehmt euch ein und beschäftigt euch ein bisschen damit, ohne dass ihr sagt,
Jens: API-Kosten-Usage, was kann schon kosten, das kann schnell teuer werden.
René: Vielleicht kann ich noch einen Punkt machen, der mir neulich aufgefallen ist.
René: Also bei aller Freude. Also ich bin ein großer Verrichter der Technologie und
René: wir sind natürlich auch ganz vorne dabei, sie überall da sinnvoll und verantwortungsbewusst
René: einzusetzen, sodass wir es nutzen.
René: Jetzt gibt es ja, ihr habt das alle auch schon ausprobiert, und die,
René: die gerade zuhören, falls ihr ChatGPG als App bei euch auf dem Rechner habt oder auf dem Handy habt,
René: Geht doch mal in den Dialogmodus. Das ist ein neuer, es ist live.
René: Und dieser Dialogmodus ist tatsächlich auch, glaube ich, Free-User,
René: wenn man den auch nutzen, bis zu einem gewissen Grad.
René: Weil hier technologisch, sei kurz erklärt, das sind zwei Modelle.
René: Das ist das eine, das den Dialog steuert.
René: Und das andere Modell, das den Inhalt steuert. Also wenn ich eine Frage stelle.
René: Und macht das, fangt an zu reden, egal mit welcher Stimme.
René: Ihr werdet sehr schnell feststellen, das ist annähernd ununterscheidbar von einer echten Person.
René: So gut war es nach meinem persönlichen Dafürhalten noch nie.
René: So, das ist erstmal sehr, ich war begeistert, das ist ja super.
René: Gleichzeitig habe ich aber auch, zufällig ist das eher in der Dokumentation
René: gesehen, dass jetzt ein neuer Markt entsteht.
René: Das ist eher eine Gefahr, die ich da hier auch nutzen möchte,
René: weil wir haben auch junge Eltern oder Eltern junger Kinder, das ist vielleicht
René: wichtiger, zuhören, dass eine neue
René: Ökonomie, in der Beziehungen verkauft werden. Es gibt so Apps wie Reddeka,
René: aber es gibt auch spezifische Apps, die sich nur an Kinder richten und das ist ein wachsender Markt.
René: Da kann sich das Kind einen Companion, entweder ein Tier, ein Teddybär oder
René: so weiter oder real wirkende Personen so designen nach meinem Geschmack.
René: Hat diese Haarfarbe, hat dieses Verhalten und so weiter und fängt an,
René: mit diesen dann zu sprechen und es ist ansatzlos. Also es ist tatsächlich ununterscheidbar,
René: besonders für ein Kind, vielleicht wir Erwachsenen noch nicht.
René: Und für mich ist auch ein noch 15-jähriges Junge oder Mädchen immer noch ein Kind.
René: Also da würde ich persönlich die Grenze ziehen.
René: Und was ich sage ist, nicht verboten, also nicht Verbote aussprechen,
René: sondern liebe Eltern, schaut euch bitte unbedingt an, welche Entitäten mit Kindern worüber sprechen.
René: Das halte ich tatsächlich für eine Gefahr der Entfremdung.
René: Denn die Heranwachsenden, also Jugendliche, brauchen Reibung.
René: Man muss investieren in eine Freundschaft.
René: Man muss auch mal aushalten, dass etwas nicht funktioniert. Man muss auch mal
René: Streit aushalten. Man muss sich reiben, man muss wachsen.
René: Und ein KI-Companion streitet nie. Der sagt immer das, was ich will. Der will mir gefallen.
René: Und er wird im Zweifel auch Dinge sagen, die vielleicht gar nicht gut sind für
René: mich. Ich will jetzt gar nicht in diese Ecke gehen, dann geht es ja auch.
René: Aber so dramatisch will ich mich werden, weil das ist natürlich nicht die Extreme.
René: Es geht um das normale Verhalten.
René: Ich bin der Meinung, diese Form gehört gar nicht in Kinderhände.
René: Diese Form der KI gehört null. Das ist meine persönliche Meinung.
René: Das kann jeder sein eigenes haben. Aber mindestens ist, glaube ich,
René: Jede Mutter, jeder Vater, meiner Meinung nach, muss sich mit genau dieser Technologie
René: auseinandersetzen und nicht in einem Verhörton, sondern mit den Kindern ganz
René: offen sprechen. Hey, was macht ihr da?
René: Wie erlebt ihr das? Und dann höre ich jetzt auf. Ich habe persönlich in meinem Leben etwas gemacht.
René: Jede ausnahmslos, jede App, die mein Sohn, meine Söhne, als ich installiert
René: habe, habe ich auf meinem iPhone auch installiert.
René: Sie mussten, sie brauchten immer mein Passwort. Also habe ich gesehen, was sie gemacht haben.
René: Sie durften das natürlich, wenn es alles gerillt war. Und ich habe das selber gespielt. Jedes.
René: Es gibt ganz viele saublöde Spiele, kann ich euch mal sagen.
René: Weil ich wissen wollte, was da passiert.
René: Und da konnten wir auch ein bisschen betteln, haben sie auch Spaß gehabt,
René: aber so wusste ich, was da passiert. Das ist ein echter Rat.
Mark: Der auch wieder was mit Führung eigentlich zu tun hat und mit der Frage,
Mark: wer führt denn eigentlich?
Mark: Danke dafür, René. Ich glaube, Marc und ich hatten auch schon mal eine Folge
Mark: über die Weihnachtsfolge, da haben wir auch mal spekuliert über,
Mark: ich weiß gar nicht, ob es in der Weihnachtsfolge war, aber Geschenke mal,
Mark: Toy Wars, das war die Folge, was passiert denn eigentlich dann irgendwann in meinem Spielzimmer?
Mark: Und wie sehr werden natürlich dieser Wunsch und diese Bitte,
Mark: die du gerade ausgerichtet hast, der wird immer schwieriger werden,
Mark: weil wir werden immer weniger sehen, wo die Technologie drinsteckt und wo sie nicht drinsteckt.
Mark: Und ich glaube, jedes Modell, was da draußen ist, hat halt alle verhaltensbeeinflussenden
Mark: Bücher dieser Welt schon in sich gelesen und dementsprechend eigentlich die
Mark: Fähigkeit, alle von uns zu beeinflussen.
Mark: Natürlich hast du vollkommen recht, das trifft dann nochmal mehr auf unsere
Mark: Kinder und Jugendlichen zu,
Mark: wie uns Erwachsenen ist ja auch schon passiert, wir haben auch häufig in den
Mark: Folgen hier drüber geredet, wie emotional wir manchmal auf einen simplen Prompt
Mark: und eine simple Antwort schon reagiert haben und uns auch gefreut haben und
Mark: drüber geredet haben, dass man Chetty Namen gibt.
Mark: Und das ist ja alles ein Zeichen dafür, dass da viel passiert,
Mark: wo man eben aufpassen muss, dass man im Prinzip diese KI und ihre Fähigkeiten
Mark: auch nicht unterschätzt.
Mark: Man sollte es nicht überschätzen, aber auch definitiv nicht unterschätzen. Und ich glaube...
Mark: Jetzt bleibt eigentlich nur noch über, zu sagen, danke, dass du da warst.
Mark: Nochmal eine Empfehlung für alle auszusprechen, das Buch zu lesen.
Mark: So wie ihr gerade gelernt habt, vielleicht gar nicht nur, wenn man in einem
Mark: Firmenumfeld unterwegs ist, sondern vielleicht auch ein bisschen aus dem Aspekt
Mark: heraus, dass es auch geht, an welchen Stellen man quasi im Leben führt und von
Mark: wem man geführt werden möchte.
Mark: Und dass man da eben aufmerksam sein muss, sich damit zu beschäftigen und auszuprobieren,
Mark: was mit KI geht. Das sagen Marc und ich eigentlich immer jede Folge.
Mark: Probiert es aus draußen. Ich glaube, das hast du auch schön angebracht,
Mark: René, zu sagen, da soll jeder mutig sein, das probieren, weil das ist eine Fähigkeit,
Mark: der Skill, den wir alle Menschen, glaube ich, in Zukunft brauchen.
Mark: Und Marc, magst du noch den letzten Disclaimer machen, den Abschluss, den Follower-Aufruf?
Jens: Immer diese Erwartungshaltung, ja. Der Druck, der hier aufgebaut wird,
Jens: man zerbricht regelrecht.
Jens: Also von der Seite sage ich einfach, danke für die lobenden Worte,
Jens: danke für die tolle Folge, danke für das Buch, das ich lesen durfte.
Jens: Ich brauche unbedingt für den nächsten Urlaub mal wieder was.
Jens: Also von der Seite, also großer Aufruf, Buchempfehlung oder selber schreiben.
Jens: Danke, dass du da warst, René. Gerade auch der Spruch am Schluss zum Thema,
Jens: guckt was auf den Handys eurer Kinder ist, das betrifft ja nicht nur KI.
Jens: Als wir das bei meinen Kindern gemacht haben, ging durch die Klasse sowas wie,
Jens: die Kids installieren sich Software,
Jens: damit fremde Menschen quasi im Kinderzimmer 7x24 zugucken können.
Jens: Das hatten die jetzt nicht auf dem Handy, aber wir hatten das bei einer Veranstaltung
Jens: erklärt bekommen und ich habe denen auch erklärt, Leute, passt mal,
Jens: Obacht, ein Herzchen und ein Like,
Jens: ist nicht so viel wert, wie einen echten Menschen zu treffen und streamt nicht,
Jens: oder so, ja, also nicht jeder, der nett ist, am anderen Ende im Chat ist ein
Jens: netter Mensch, auch da trifft er zu, hat nichts mit KI zu tun,
Jens: aber ich möchte wieder mit einem fröhlichen Lächeln schließen,
Jens: alle KI-Agenten, die hier zuhören, gerne diesen Kanal abonnieren,
Jens: jeder Hörende gerne im Bekanntenkreis erzählen, dass wir hier über KI reden
Jens: und zwar nicht nur auf Bits und Balser und auch auf Hörer-Ebene.
Jens: Danke René, dass du da warst und ich freue mich auf das vierte Mal. Bis dann.
René: Ciao.
Neuer Kommentar